Bogenschießen, der ideale Sport für die ganze Familie!

Allgemeines zum Bogenschießen

 

Das Bogenschießen in der heutigen Zeit wird nahezu ausschließlich unter sportlichen Aspekten gesehen. Die Grundlage hierzu bildeten allerdings die älteren Formen zur Jagd und Nahrungsbeschaffung.

 

Beim Bogenschießen geht es in erster Linie darum, einen Pfeil so genau wie möglich in das Ziel zu bringen. Dieses soll so oft wie möglich hintereinander, ohne größere Abweichungen, wiederholt werden. Durch die technologische Entwicklung, gerade in den letzten zwei Jahrzehnten, hat sich der Bogen zu einem hochmodernen Sportgerät für Jung und Alt entwickelt. Es gibt heute nahezu alle Bögen für die entsprechenden Altersgruppen und die individuellen Fähigkeiten des Schützen. Neben dem sportlichen Bogenschießen wird im meditativen und therapeutischen Bogenschießen der Bogen als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung genutzt. Laut einer amerikanischen Universitätsstudie ist das Bogenschießen, nach dem Golfsport, die schwierigste und anspruchsvollste Sportdisziplin der Welt. Dieser Sport fordert und fördert Geist und Körper und verlangt gleichermaßen Konzentration, Kraft, Genauigkeit, Gleichmut, mentale Stärke und Durchsetzungsvermögen. Nach medizinischen Untersuchungen fördert regelmäßiges Bogenschießen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Schützen in jedem Alter in allen gesellschaftlichen Bereichen. Diese körperliche und geistige Betätigung ist neben der eigentlichen Schießbelastung sehr förderlich für den Gesamtorganismus. Neben der Ausdauer, der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit entsteht durch regelmäßiges Bogenschießen auch ein deutlicher Stressabbau der Teilnehmer. Darüber hinaus ist das Bogenschießen die einzige olympische Sportart, bei der sich Menschen mit Behinderung und Nichtbehinderte in einem sportlichen Wettkampf gemeinsam messen können.

 

Nur ein ruhiger, entspannter und konzentrierter Geist ist zu guten und wiederhohlbaren Leistungen mit guten Schießergebnissen fähig. Schon der Anfänger lernt schnell, dass nicht Wille und Ehrgeiz zu einem guten Trefferbild führen, sondern Konzentration, Gelassenheit und beständiges Üben mit korrekt ausgeführter Technik.

Das Bogenschießen kann man das ganze Jahr über betreiben. In den Wintermonaten gehen die Schützen in die Halle und ab dem Frühjahr geht es wieder ins Freie. Es ist der ideale Freizeitsport für Individualisten oder Schützen mit Freunden oder Familienmitgliedern.


Nachstehend einige kurze Erläuterungen zu den Bogenarten.

Autor: Bert Mehlhaff


Traditionelles Schießen

 

Der Primitiv- oder auch Langbogen


Man unterscheidet zunächst zwei Arten (englische und amerikanische) von Langbögen nach deren Bauart und Herkunftsweise. Bei den englischen Langbögen handelt es sich bei dem verwendeten Holzmaterial meist um Eibenholz und der gesamte Bogen weist einen stark              D-förmigen Bogenarmquerschnitt auf. Manche haben ein sogenanntes Schuss- oder auch Bogenfenster. Andere hingegen nicht. Hierbei wird der Pfeil über die obere Handkante der Bogenhand geschossen. Die Bögen, die ein Bogenfenster haben, verfügen über ein Self. Dieses ist der untere Teil des Schussfensters auf den der Pfeil aufgelegt wird. Der Griff ist meist mit einem Lederband umwickelt.

Zwischen dem Primitiv-Bogen und dem Langbogen bestehen fließende Übergänge. Moderne Langbogen bestehen meist aus laminierten Holzstreifen oder mit auf- oder eingelegten Kunststoffen. In der Regel handelt es sich hierbei um Glasfaserlaminate für den Belag auf der Vorder- und Rückseite. Im traditionellen Bogenbau wird der Bogen aus einem Stück Holz gefertigt. Ebenso ist die Sehne aus diversen Naturmaterialien gefertigt. Die verwendeten Hölzer in Europa sind Eibe, Akazie, Ahorn oder Esche.

Wer einmal seinen eigenen Bogen bauen möchte, sollte hier einen erfahrenen Bogenbauer aufsuchen, um mit ihm zusammen das richtige Material auszusuchen und die einzelnen Herstellungsschritte mit ihm durchgehen.

Autor: Bert Mehlhaff

Der Recurvebogen verdankt seinen Namen dem englischen Begriff recurve was übersetzt zurückgebogen bedeutet. Dieses bezieht sich auf die gebogene Form der Wurfarme. Der Bogen besteht aus mehreren Einzelteilen wie Wurfarme, das Mittelstück, die Pfeilauflage und die Sehne. In der olympischen Form kommen noch Visier und Stabilisatoren hinzu. Da durch die zurückgebogenen Wurfarme mehr Energie erzeugt wird, erhöht sich zwangsweise der Wirkungsgrad und die Pfeilfluggeschwindigkeit erhöht sich gegenüber dem Langbogen um ein Vielfaches. Da die Sehne beim Recurvebogen auf den Wurfarmen liegt (beim Langbogen schwingt die Sehne freischwebend) dämpft sie beim Abschuss den sog. Handschock. Ebenso werden die auftretenden Schwingungen durch ein exakt eingestelltes Stabilisatorensystem gemindert.

Autor: Bert Mehlhaff


Der Compoundbogen ist die modernste Ausführung aller Bögen. Er ist im Vergleich mit dem Recurve-, oder Langbogen wesentlich kürzer und besitzt an den Wurfarmenden drehbare Camwheels, die auf die Drehachse wirken. Aufgrund der exzentrischen Aufhängung der Cams verändert sich der Angriffswinkel und der Hebelarm des Bogens. Die Cams besitzen zwei unterschiedliche Durchmesser auf denen die Kabel und Sehne eingehängt sind. Beim Ausziehen des Bogens entwickelt sich ein nicht linearer Kraftaufwand. Mit steigenden Auszug nimmt die Kraft zunächst stetig zu, um dann beim Überschreiten des sog. Gipfel-Zuggewichts stark abzunehmen. Der Bogenschütze hält dann bei dem voll ausgezogenen Bogen nur noch einen Bruchteil des Zuggewichtes. Die Reduzierung kann je nach Ausführung und Einstellung bis zu 80% betragen. Durch diese Kraftreduzierung kann der Schütze den Bogen ruhiger und länger halten, wobei auch das Zielen leichter fällt.

Aufgrund der hohen Abschussgeschwindigkeit werden diese Bögen mit einer mechanischen Auslösehilfe (Release = auslösen, ablassen) geschossen, um die Ablassfehler zu verringern. Ebenso wie beim Recurvebogen kommen noch ein Stabilisatorensystem, eine Visiereinrichtung mit Scope (Vergrößerungslinse) und eine Wasserwaage zum Einsatz.

Autor: Bert Mehlhaff